„Zu viele Themen sind noch ungeklärt“
„Fusionitis und Tourismus“: Wiedaer CDU-Bürgergespräch im Café Alt Wiedatal fortgesetzt
Wieda. Die Folge der Wiedaer-Bürgergespräche wurden kürzlich im Café Alt Wiedatal fortgesetzt. Zufrieden zeigte sich der CDU-Vorsitzende Klaus-Erwin Gröger über den guten Besuch, als er über die Themen „Fusionitis und Tourismus“ referierte und die Frage stellte, ob man entspannt in den Sommer gehen können.
Diese beantwortete er sogleich mit einem klaren „nein“. Zu viele Themen seien ungeklärt oder nicht abgearbeitet. Wenn man Gäste erwartet, müsse man darauf vorbereitet sein. Ob nun ein Ort prädikatisiert ist oder nicht, einem Vermieter oder Touristen kann man die Notwendigkeit der Kurtaxerhebung nur mit sichtbaren Einsatz der Mittel vor Ort erklären. Der Gast oder der Bürger möchte sich auf eine gepflegte Parkbank setzen können. Ob man den Kurpark an der Tennishalle oder die Promenade betrachtet, das Bild sei negativ. Die Baumaßnahme an der Tennishalle, deren Abschluss Anfang Mai durch das Bauamt verkündet wurde, sei selbst drei Wochen später noch lange nicht in einem abnahmefähigen Zustand. „Weder wurde die Wasserumleitung fachgerecht hergestellt noch wurden die durch diese Maßnahmen in Mitleidenschaft gezogenen Flächen wieder hergestellt. Man muss auch Projekte abschließen, bei aller Verliebtheit in Dauerbaustellen“, so Gröger. Er äußerte sich kritisch über das so genannte Tourismuskonzept, das er bereits bei der Verabschiedung beanstandet habe. Man brauche ein Konzept aus einem Guss, eine Vermarktungsoffensive, die potenzielle Gäste auch anspricht. Man müsse endlich Alleinstellungsmerkmale aufbauen und z. B. das Kloster, ein Weltkulturerbe-Juwel vor der Haustür, in den Mittelpunkt einer Vermarktung der Region stellen. Zum Thema Fusion leitet Gröger mit der Feststellung über, dass die CDU auf unterster Ebene in der Samtgemeinde über die Ortsgrenzen hinaus zusammenstehe und zusammen arbeite, was durch die Präsenz der Kollegen aus Zorge und Walkenried einmal mehr demonstriert werde.
Bei der großartigen Feier zum Patenschaftsjubiläum mit dem Fernmeldesektor C habe man gerade diejenigen vermisst, die am Lautesten die Fusion forderten. Für die Abwesenheit gebe es keine Entschuldigung, denn schließlich habe jeder Bürgermeister und Landrat einen Stellvertreter. Man wolle mit Bad Sachsa fusionieren, habe aber in der Samtgemeinde noch keinen Schulterschluss erreicht. Gröger und Herbert Miche zeigten sich bestätigt, als sie über die laufenden Fusionsgespräche berichteten. Ohne Details zu nennen, wie in den Arbeitsgruppen vereinbart, wurde konstatiert, dass es weiterhin keine Erkenntnisse gebe, die nicht vorher bekannt waren oder die eine Fusion rechtfertigen. Gröger zeigte sich erfreut über die gute Atmosphäre bei den Gesprächen und darüber, dass selbst alte Themen, die im Wiedaer Rat aus politischen Gründen abgelehnt wurden, positive Resonanz fanden. Wörtlich: Er treffe zunehmend mehr Mandatsträger, die einer Fusion kritisch gegenüber stehen.
Nachdem im Walkenrieder und Zorger Rat der Beschluss einer Bürgerbefragung zur Fusion gefasst wurde, sei man nun gespannt auf das Verhalten der Wiedaer Mehrheitsfraktion SPD, die diesen Antrag der CDU seinerzeit abgelehnt hatt. Die anschließende Diskussion, an der sich außerordentlich viele Bürger beteiligten, zeigte, dass die Bürger das Thema Fusion und Tourismus heftig umtreibt.
Abschließend wurde der Wunsch geäußert, derartige Informationen nun in kürzeren Zeitabständen durchzuführen.
aktualisiert von Herbert Miche, 18.06.2011, 17:57 Uhr |